
Einladung: Donnerstag, 14. Juli 2011 um 19 Uhr
DDR-Museum Pforzheim, Hagenschießstr. 9
GrenzErfahrung
Analysen und Zeitzeugenberichte
zum 50. Jahrestag des Mauerbaus
Donnerstag, 14. Juli 2011, 19.00 Uhr
DDR-Museum Pforzheim
Hagenschießstraße 9, Pforzheim-Buckenberg
Am 13. August 1961 begannen Angehörige der Betriebskampfgruppen und der Volkspolizei mit der Errichtung von Sperranlagen mitten durch Berlin. Die damit eingeleitete Abriegelung der DDR sollte mehr als 28 Jahre andauern: Familien waren auf unabsehbare Zeit auseinandergerissen, die Lebenswelten in Ost und West entwickelten sich nun rigoroser auseinander als zuvor. Wer sich als DDR-Bürger mit der Situation nicht abfinden wollte, bezahlte teuer: mit Schikanierung, Inhaftierung oder gar mit dem Leben.
Was waren die Ursachen und Gründe für die Abschottung des „Arbeiter- und Bauernstaats“ hinter schier unbezwingbaren Grenzanlagen, was die Konsequenzen? Und wie haben die unmittelbar Betroffenen – „Republikflüchtlinge“, Ausreisewillige, aber auch Zurückbleibende – das Leben hinter Stacheldraht erlebt? All diesen Fragen gehen wir in der Veranstaltung nach.
Programm
19.00 Uhr
Begrüßung
Volker Römer, Gegen das Vergessen e. V.
Birgit Kipfer, Gegen Vergessen – Für Demokratie e. V.
19.15 Uhr
Vortrag und Diskussion
Der Mauerbau und seine Folgen für die betroffenen Menschen
Dr. Maria Nooke, Stiftung Berliner Mauer, Berlin
20.00 Uhr
Gesprächsrunde
„Passieren verboten“ – Die Mauer und wir
21.00 Uhr
Kleiner Imbiss mit Gelegenheit zum persönlichen Gespräch
Zur Referentin
Dr.
Maria Nooke,
geb. 1958, religionspädagogisches Studium und Tätigkeit in der
kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit, seit 1987 Mitglied des
Ökumenischen Friedenskreises der Region Forst
und Mitgründerin der Zeitschrift „Aufbruch“, nach 1989 Studium
der Soziologie, Psychologie und Erziehungswissenschaften, Dr. phil.;
seit 1999 Tätigkeit in der Gedenkstätte Berliner Mauer,
Stellvertretende Direktorin der Stiftung
Berliner Mauer; zeit- und biographiegeschichtliche
Veröffentlichungen zu Nationalsozialismus, DDR-Opposition und
Teilungsgeschichte
Die
GrenzErfahrungen unserer Zeitzeug/innen
Klaus Knabe , geb. 1939 in Pohrsdorf bei Dresden, im Sommer 1961 – unmittelbar vor dem Mauerbau – Flucht aus der DDR in die Bundesrepublik Deutschland, seit 1989 Aufbau einer privaten Sammlung zur DDR-Geschichte, 1998 Gründung des Pforzheimer DDR-Museums
Gisela Lotz ,
geb. 1942 in Berlin, 1961 Flucht der Eltern aus der DDR in die Bundesrepublik Deutschland, zwischen 1982 und 1985 insgesamt 14 erfolglose Ausreiseanträge, nach 14-monatiger Haft wegen „ungesetzlicher Verbindungsaufnahme zu einer ausländischen Macht“ 1986 Freikauf durch die BundesrepublikManfred Witt
, geb. 1949 in Loitz/Mecklenburg, nach 1971 unternommenem Versuch der „Republikflucht“ wegen „ungesetzlichen Grenzübertrittes“ zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt, 1975 Ausreise aus der DDR in die Bundesrepublik Deutschland